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    »Völlig inkonsequent«

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    »Völlig inkonsequent«

    Beitrag  Admin am Mi Feb 12, 2014 12:42 am

    »Völlig inkonsequent«
    Sachsens Justiz ermittelt seit Jahren gegen militante Neonazigruppe »Terror Crew Muldental« wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung
    Von Susan Bonath


    Sie horten Waffen und überfallen Andersdenkende: Seit fünf Jahren gibt es die Neonazigruppe »Terror Crew Muldental« (TCM) in Sachsen. Dem Verfassungsschutz und der Justiz ist sie längst bekannt. Seit spätestens Mitte 2011 ermittelt die Staatsanwaltschaft Dresden gegen die militante Kameradschaft, die etwa 30 Mitglieder haben soll, wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung. Näheres vermag die Behörde jedoch auch nach zweieinhalb Jahren nicht zu sagen; die Ermittlungen dauern an. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Antwort des sächsischen Innenministeriums auf eine kleine Anfrage der Linkspartei vom Januar hervor. Die Abgeordnete Kerstin Köditz befürchtet, die Neonazis könnten erneut zuschlagen. Darauf sollten Ermittler und Politik nicht warten.

    Die Gewaltserie begann am 24. Oktober 2009 in der Kleinstadt Brandis im Landkreis Leipzig. Bis dahin war die TCM als kleinere rechte Provinzgruppe bekannt, die kaum politisch, dafür umso deutlicher in der Hooliganszene in Erscheinung trat. Der für sein antifaschistisches Engagement bekannte Fußballclub »Roter Stern Leipzig« sollte an diesem Tag zu einem Auswärtsspiel gegen den Verein FSV 1921 Brandis antreten. Doch dazu kam es nicht: Kurz nach dem Anpfiff stürmten etwa 50 teils vermummte Neonazis auf den Platz, darunter mindestens 13 erkennbare Mitglieder der Muldentaler »Terror Crew«. Mit Eisenstangen, Latten und Steinen bewaffnet, veranstalteten sie eine brutale Hetzjagd auf die Leipziger Spieler und deren Fans. Dutzende Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Ein Zuschauer erlitt einen bleibenden Sehschaden, wie aus der Berichterstattung lokaler Medien hervorgeht. Aus heiterem Himmel geschah der Überfall offenbar nicht. So deuteten etwa zahlreiche Kommentare im Gästebuch der Leipziger Fußballer auf eine Verabredung der Rechten hin.

    Mittlerweile haben einige der Täter teils mehrjährige Haftstrafen abgesessen. Auch während der Debatte zum NPD-Verbotsverfahren wurde der Überfall in Sachsen thematisiert, weil sich herausgestellt hatte, daß mehrere Beteiligte gleichzeitig der militanten Kameradschaft und der Neonazipartei angehörten. Außerdem war der Angriff in Brandis nur der Auftakt einer ganzen Serie von Vorfällen. Immer wieder mußten sich seitdem TCM-Anhänger wegen gewalttätiger Attacken vor Gericht verantworten. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zehn Gruppenmitglieder wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Waffenbesitzes, wie das sächsische Innenministerium in seiner Antwort erläuterte. Drei weitere Neonazis aus dem TCM-Umfeld haben die Ermittler zudem wegen Verdachts des besonders schweren Diebstahls, Steuerhehlerei und Beleidigung im Visier.

    Die Verknüpfungen des braunen Schlägertrupps mit der NPD sind offensichtlich. Anfang Juli 2011 berichtete erstmals Sachsens Verfassungsschutz über die Kameradschaft. Sie sei »besonders gewaltbereit« und werde von der NPD gedeckt, hieß es. Nebenbei teilte die Behörde mit, daß verdeckte Ermittlungen wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung liefen. Damit hatten die Neonazis genug Zeit, sich auf eine mögliche Razzia einzustellen. Als die Polizei drei Wochen später rund 31 Objekte in Westsachsen und im Osterzgebirge durchsuchte, fand sie immerhin noch Messer, Präzisionsschleudern, Pyrotechnik und Sturmhauben, außerdem beschlagnahmte sie CDs, Telefone, Fotos und Videos. Gut zwei Jahre später durchsuchte die Polizei erneut vier Wohnungen von TCM-Mitgliedern. Sie sollen im Mai 2013 eine Schlägerei angezettelt und sieben Menschen schwer verletzt haben. Damals offenbarten sich auch Verbindungen nach Sachsen-Anhalt. Die aber wollte die dortige Landesregierung im vorigen September auf Nachfrage der Grünen nicht erkennen.

    Jetzt hat auch der sächsische CDU-Innenminister Markus Ulbig beschwichtigt. Ihm seien »2013 keine Aktivitäten der Gruppierung oder möglicher Nachfolgestrukturen bekannt« geworden. Die Staatsanwaltschaft, so sein Ministerium, wisse lediglich, daß einige TCM-Anhänger in der NPD oder deren Jugendorganisation mitwirkten oder sich an neonazistischen Aktionen beteiligt hätten. Weitere Erkenntnisse unterlägen der Geheimhaltung, hieß es. Linkspolitikerin Köditz kritisiert vor allem »völlig inkonsequente Ermittlungen«. »Seit einem halben Jahrzehnt fällt die Gruppe durch erhebliche Straftaten auf«, erinnert sie. Als Rädelsführer habe sich aber noch niemand verantworten müssen. Das sei ein Armutszeugnis, so Köditz.
    jw

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